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Wenn du X tust, dann Y. Versprochen.

Die Ratschläge klingen immer gleich. Und das Versprechen dahinter ist immer dasselbe: Wenn du dich an die Vorgaben hältst, bekommst du den Job. Schön wäre es.

Beispiel eins. "Nutze die Keywords aus der Stellenanzeige, dann übersteht dein Lebenslauf den ATS-Filter." Ein Bewerber optimiert seine Unterlagen wochenlang. Jedes Wort der Stellenanzeige eingebaut. Score bei 94 Prozent. Systemseitig perfekt. Eingeladen wurde er nie. Warum? Die Stelle war intern bereits vergeben. Das Posting lief noch, weil es im System offen stand.

Beispiel zwei. "Zeig Zahlen und Erfolge statt Aufgaben, dann bist du sofort interessant." Eine Fachkraft arbeitet seit zwölf Jahren in der Pflege. Sie hat Teams durch Nachtschichten zusammengehalten, Konflikte moderiert, Menschen in schwierigen Momenten begleitet. Zahlen? Keine. Wachstum in Prozent? Keines. Der Tipp gilt also nur für Menschen, deren Arbeit zufällig messbar ist.

Beispiel drei. "Sag im Interview niemals, dass du es nicht weißt. Zeig stattdessen, wie du an die Lösung herangehst." Was wir damit trainieren: Menschen beibringen, nicht ehrlich zu sein. Und dann wundern wir uns, warum Vorstellungsgespräche sich wie Theaterstücke anfühlen. Auf beiden Seiten des Tisches.

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